Wir Menschen machen keine Fehler – wir lernen
Die August-Kolumne von Mike Assmann
(ma/sp) Klingt das nicht fast zu schön, um wahr zu sein? Nun, es geht nicht darum, ob dieser Satz objektiv wahr ist. Es geht vielmehr darum, dass wir die Wahl haben, wie wir mit dem umgehen, was uns widerfährt. Wir können an Fehlern verzweifeln oder wir können an ihnen wachsen. Jeder Fehltritt birgt die Chance, etwas Wertvolles zu lernen.
Heute möchte ich jedoch nicht über das Lernen aus Fehlern sprechen, sondern über etwas anderes: über die kleinen Dinge, die viel mehr verraten, als wir oft glauben. Jeder von uns hat Momente erlebt, in denen wir uns fragen: Wie weit lasse ich das gehen? Wann akzeptiere ich das Verhalten anderer – und wann sage ich klar und deutlich: Jetzt ist Schluss. Diese Grenze ist zutiefst persönlich. Der eine ist toleranter, der andere reagiert empfindlicher. Ich selbst habe meine Grenzen lange Zeit immer wieder verschoben. Was ich dafür bekam, waren nicht selten große Enttäuschungen.
Mit den Jahren habe ich gelernt, es einfacher zu halten. Mein Leitsatz lautet: „Wie im Kleinen, so im Großen.“ Jemand, der bei den vermeintlich unwichtigen Dingen nicht ehrlich ist, wird es bei den großen, entscheidenden Fragen vermutlich auch nicht sein. Wer bei einer privaten Verabredung ständig zu spät kommt, dem fällt es wohl auch schwer, bei einem wirklich wichtigen Termin pünktlich zu erscheinen. Es sind die kleinen Handlungen, die unser wahres Wesen zeigen. Ob Ehrlichkeit, Loyalität, Respekt oder Zuverlässigkeit – diese Werte beginnen nicht in den großen Momenten des Lebens, sondern im Alltag, in den scheinbar nebensächlichen Situationen.
Natürlich könnte ich hier unzählige Beispiele anführen. Doch das überlasse ich Dir. Beobachte die Menschen um Dich herum. Schau auf die kleinen Dinge – sie sagen oft mehr aus, als tausend große Worte. Am Ende bleibt die Frage: Wo ziehst Du Deine Grenze? Und noch viel wichtiger: Wie lebst Du selbst – im Kleinen wie im Großen?
Ihr
Mike Aßmann
Inhaber des Foodhunter-Magazins
