Time to say Goodbye – Poul Winsløw, the only One, schließt die Werkstatt ab
Freehandpfeifenmacher-Legende verabschiedet sich
(sp) Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet sich Poul Winsløw, beliebter und genialer Freehandpfeifenmacher-Dominator, in den wohlverdienten Ruhestand. Oliver Kopp (Kopp Tobaccos/Kopp Pipes): „Dem lebensfreudigen Dänen gelang es sein Hobby zu seinem Beruf zu machen. Pfeifen bauen erfordert handwerkliches Geschick und Kreativität. Beides war bei ihm ausreichend vorhanden. Als weitere Muse entdeckte Poul vor knapp zwei Jahrzehnten die Malerei. Auch hier konnte er seine künstlerische Ader ausleben. Events mit Winsløw waren stets gut besucht. Es war eine Zusammenkunft mit Freunden. Bis heute hielt er dabei dem Fachhandel die absolute Treue. Er verkaufte weder über seine Homepage noch aus seiner Werkstatt. Zudem unterstützte er den deutschen Fachhandel jahrzehntelang mit Livepräsentationen vor Ort und stand seinen vielen Fans Rede und Antwort. Händler und Kunden beschreiben ihn als bodenständig, gesellig und mit einer guten Portion Humor ausgestattet.“
Er kam, sah und hatte seinen Stil
Poul Winsløw wurde 1951 geboren und gehört zu den bekanntesten Vertretern des modernen dänischen Pfeifenbaus. Bereits als Jugendlicher lernte er das Handwerk bei Preben Holm, einem der prägenden Freehandpfeifenmacher der 1970er Jahre. Im Jahr 1980 trennten sich ihre Wege und Winsløw machte sich selbstständig. Im Laufe der Jahre entwickelte er seinen eigenen Stil, den er unter zwei Markennamen veröffentlicht. Seine detailliert ausgearbeiteten Pfeifen der Marke Winsløw waren oftmals mit Silber- und (selbst gegossenen) Acrylapplikationen versehen. Die Pfeifen der Marke ‚Crown‘ waren gediegener und boten einen tollen Einstieg in die Pfeifenwelt. Besonders die rustizierten ‚Crown‘-Pfeifen der Qualitätsklasse ‚Viking‘ sind für ihr hervorragendes Preis- Leistungsverhältnis bekannt. Winsløws Pfeifen entstanden bis zuletzt in Handarbeit in seiner kleinen Werkstatt in Kopenhagen. Unterstützung von seiner stets gutgelaunten Frau Jette und einem treuen Mitarbeiter über all die Jahre. Noch einmal Oliver Kopp: „Trotz der übersichtlichen Mannschaft produzierte Winsløw noch knapp 2.000 Pfeifen im Jahr, wovon etwas weniger als die Hälfte ihren Weg zu Kopp Pipes nach Offenbach fanden. Seine Pfeifentabake werden auch weiterhin bei Kopp Tobaccos erhältlich sein.“
„Hej hej“, „Farvel“ und „Vi ses“ Poul
Poul Winsløw sagt auf Wiedersehen: „Innerlich fühle ich mich noch immer jung und möchte Bäume ausreißen, muss aber anerkennen, dass ich doch keine Dreißig mehr bin. Das Pfeifen produzieren fällt mir zunehmend schwerer, weshalb ich mich mit meiner Frau darauf geeinigt habe, es nun endlich gut sein zu lassen. Ich bin 75 Jahre alt und wir möchten noch ein paar Jahre zufrieden und miteinander die Zeit genießen. Wir möchten uns bei allen Kunden und Freunden für die gemeinsame schöne Zeit bedanken“. Poul Winsløw bleibt mit seinen Pfeifen mit seinem außergewöhnlichen Lebenswerk der Genussraucherwelt transparent – als Freund, Künstler und Macher.
