José Francisco de San Martín y Matorras im exklusiven smokersplanet-Interview zur Lancierung der Villiger ‚San Martin‘

Der „Libertador“ hat das Wort

(sp) Anlässlich der Marken-Inthronisierung der ‚Villiger San Martin‘ am 30. April im Umfeld der ‚San Martín Caribbean Night‘ in Gronau stand uns José Francisco de San Martín y Matorras als Interviewpartner zur Verfügung.

(sp) Señor de San Martín, herzlichen Glückwunsch zur Lancierung Ihrer neuen Cigarrenmarke. Wie fühlt es sich an, die ‚San Martín‘ jetzt endlich offiziell in den Händen der Aficionados zu wissen?

José de San Martín: Es fühlt sich an wie der Moment, in dem nach einem langen Marsch die Sonne durch die Wolken bricht. Viele sehen nur die fertige Cigarre – elegant, perfekt gerollt. Aber dahinter stecken Jahre der Arbeit auf den Feldern, in den Trockenschuppen, im Aging Room. Für mich ist ‚San Martín‘ nicht einfach eine neue Marke, sondern das destillierte Ergebnis aus Freiheit, Leidenschaft und Geduld. Jetzt zu sehen, wie Menschen ihre ersten Kisten öffnen, ist, als würde man ein Versprechen einlösen.

(sp): Der Name ‚San Martín‘ trägt historische und emotionale Schwere. Wie viel „Libertador“ steckt in dieser Cigarre?

José de San Martín: Mehr, als man auf den ersten Blick sieht. Freiheit ist für mich kein großes Wort für Denkmäler, sondern eine innere Haltung. Auf den Tabakfeldern beginnt für mich genau diese Freiheit: in der Erde, in der wir arbeiten dürfen, in der Ruhe nach dem Kampf, wenn man sich einen Moment Zeit nimmt und sagt: Jetzt atme ich. Die Cigarre soll genau das transportieren – sie ist nicht laut, sie brüllt nicht nach Aufmerksamkeit. Sie gehört den Menschen, die ihre innere Stärke eher flüstern als schreien. In diesem Sinne ist jede ‚San Martín‘ ein kleines Stück gelebter Libertad.

(sp): Was unterscheidet San Martín von den vielen anderen Premium-Cigarren, die es bereits gibt?

José de San Martín: Zunächst einmal: 100 Prozent karibischer Tabak, sorgfältig ausgewählt und über Jahre hinweg verfeinert. Aber das allein wäre noch keine Marke. Entscheidend ist der Geist dahinter. Wir wollten eine Cigarre schaffen, die nicht „mehr vom Gleichen“ ist, sondern bewusst einen anderen Moment bedient: den ruhigen Augenblick nach dem Sieg, ob dieser Sieg nun beruflich, privat oder einfach ein besonders langer Tag war. ‚San Martín‘ ist für die stillen Helden – diejenigen, die nicht auf der Bühne stehen müssen, um Großes zu vollbringen.

(sp): Sie sprechen oft von „innerer Stärke“. Wie übersetzt sich dieses eher abstrakte Konzept in ein konkretes Blend-Profil?

José de San Martín: Innere Stärke hat für mich zwei Seiten: Kraft und Kontrolle. Unser Blend folgt dem gleichen Prinzip. Die Tabake bringen Tiefe, Würze und Charakter mit – Sie spüren sofort, dass da etwas Ernstzunehmendes brennt. Gleichzeitig haben wir viel Wert auf Balance gelegt: Cremigkeit, leichte Süße, feine Holz- und Erdnoten, die den Rauch weich und lang machen. Eine ‚San Martín‘ soll nie aggressiv wirken, sondern entschlossen – so wie jemand, der genau weiß, wer er ist, und darum nicht laut werden muss.

(sp): Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Villiger, einem der etabliertesten Namen in der Branche?

José de San Martín: Man könnte sagen: Es war ein Bündnis wie damals zwischen Freiheitskämpfern – nur deutlich entspannter und mit besseren Cigarren. (lacht) Im Ernst: Villiger bringt enorme Erfahrung, technische Präzision und ein tiefes Verständnis für Qualität mit. Ich bringe meine Vision, meine Geschichte und die Leidenschaft für den Tabak ein. Aus dieser Verbindung entstand ein gemeinsames Ziel: kein Kompromiss bei der Qualität und ein klarer, eigenständiger Charakter der Marke. Gemeinsam haben wir – Blatt für Blatt – ein neues Meisterstück geformt.

(sp): Wie sieht der typische ‚San-Martín‘-Genießer in Ihren Augen aus? Haben Sie eine bestimmte Zielgruppe im Kopf?

José de San Martín: Ich denke eher in Haltungen als in Zielgruppen. Der typische ‚San-Martín‘-Aficionado ist jemand, der seinen eigenen Weg geht. Vielleicht ein Unternehmer, vielleicht ein Künstler, vielleicht eine Ärztin, die nach einer langen Schicht im stillen Moment ihre Cigarre genießt. Gemeinsam ist ihnen: Sie brauchen keine große Bühne. Sie genießen für sich, oft leise, manchmal im kleinen Kreis guter Freunde. Sie schätzen Qualität, aber sie tragen sie nicht wie eine Medaille vor sich her. Für diese Menschen habe ich ‚San Martín‘ geschaffen.

(sp): Nehmen Sie uns bitte kurz mit: vom Feld bis in den Humidor des Aficionados – wie wird aus einem Blatt Tabak eine ‚San Martín‘?

José de San Martín: Gern, aber ich versuche, mich kurz zu halten, sonst sitzen wir morgen noch hier. (schmunzelt) Alles beginnt früh am Morgen auf den Feldern: die Tabakpflanzen im ersten Sonnenlicht, die Erde noch kühl, die Luft schwer von Feuchtigkeit. Dort wird entschieden, ob eine Cigarre später Persönlichkeit hat oder nicht. Nach der Ernte werden die Blätter in den Trockenschuppen – den Barns – sorgfältig gehängt. Hier verwandeln sie sich: Farbe, Struktur, Aroma entwickeln sich langsam. Anschließend folgt die Fermentation, bei der wir den Tabak „beruhigen“, ihm Schärfe nehmen und Komplexität schenken. Dann kommen Blend und Rollerei: erfahrene Hände, die genau wissen, wie viel Zug, Dichte und Spannung eine perfekte Vitola braucht. Und schließlich der Aging Room – für mich ein heiliger Ort. Dort ruhen die Cigarren, bis sie nicht nur technisch, sondern auch im Charakter rund sind. Erst dann sind sie bereit, in den Humidor eines Aficionados einzuziehen.

(sp): Die Cigarren-Optik spielt inzwischen eine große Rolle. Was erzählt das Design von ‚San Martín‘ über die Marke?

José de San Martín: Die Optik ist wie der erste Händedruck: Sie verrät viel, bevor das erste Wort gesprochen ist. Unsere Kiste und die Banderole greifen Elemente meiner Herkunft und Geschichte auf – Anklänge an lateinamerikanische Eleganz, aber nichts Überladenes. Die Farben sind warm, geerdet, erinnern an Tabakblätter im Abendlicht. Ich wollte, dass man beim Anblick der Kiste spürt: Hier steckt eine Story dahinter. Nicht prunkvoll, sondern ehrlich. Wenn jemand die Kiste öffnet, soll es sich anfühlen wie das Aufschlagen eines neuen Kapitels – mit dem Duft von Holz, Tabak und ein wenig Abenteuer.

(sp): Viele Aficionados suchen heute nach Orientierung: Wann passt welche Cigarre? In welchem Moment würden Sie eine ‚San Martín‘ empfehlen?

José de San Martín: ‚San Martín‘ ist für den Moment danach. Nach dem Meeting, nach dem Konzert, nach einem guten Essen, nach einem inneren Kampf, den man gewonnen hat – oder sogar verloren, aber mit Würde. Sie passt zu ruhigen Abenden auf der Terrasse, wenn der Tag langsam ausklingt. Zu Gesprächen, die tiefer gehen als „Wie geht’s?“. Und zu diesen seltenen Momenten, in denen man schlicht allein sein möchte – aber nicht einsam, sondern sehr bewusst bei sich selbst.

(sp): Darf man sich in Zukunft auf weitere Formate oder Linien innerhalb der Marke ‚San Martín‘ freuen?

José de San Martín: Ein Libertador plant immer über den nächsten Hügel hinaus. (lächelt) Ja, wir denken bereits über zusätzliche Formate nach, die unterschiedliche Rauchdauer und Intensitäten anbieten – für den kurzen Moment der Besinnung genauso wie für den langen Abend unter Sternen. Wichtig ist: Jede Erweiterung muss dem Kern treu bleiben. Keine Spielerei um der Neuheit willen, sondern eine sinnvolle Ergänzung dessen, was ‚San Martín‘ ausmacht: Charakter, Balance und diese leise, aber spürbare innere Stärke.

(sp): Zum Abschluss: Wenn Sie den smokersplanet-Lesern in einem Satz sagen müssten, warum sie ‚San Martín‘ probieren sollten – wie würde dieser Satz lauten?

José de San Martín: Weil jede ‚San Martín‘ Sie für einen Moment an einen Ort bringt, an dem Freiheit nicht Geschichte ist, sondern Gegenwart – zwischen Ihren Fingern, auf Ihren Lippen, in jedem stillen Zug.

(sp): Señor de San Martín, vielen Dank für dieses Gespräch.

José de San Martín: Ich danke Ihnen – und wünsche allen Lesern viele starke, stille Momente mit einer guten Cigarre.