Geißlers Lupe

Ein neues Jahr folgt auf den guten Vorsatz

(Kolumne) Das kennt wohl jeder – unabhängig davon, auf welcher Seite des Ladentisches er steht. Gefühlt beginnt es schon im Oktober, dass man sich ein frohes Fest wünscht oder einen solchen Wunsch erhält. Darauf folgen nahtlos die guten Vorsätze für das neue Jahr. Plötzlich grüßen einen Menschen, die man vorher nie wahrgenommen hat, die man auch nicht kennt und oft noch nicht einmal kennen möchte, und wünschen einem alles Liebe und Gute. Aber das ist ja nicht schlimm. Eigentlich ist es schön, aber eben nur eine Tradition. Ehrlich ist anders.

Der Jahreswechsel als Projektionsfläche
Zum Jahresbeginn erwachen regelmäßig große Erwartungen. Gute Vorsätze sollen Veränderungen bringen und durch neue Routinen ein besseres Leben ermöglichen. Tatsächlich ändert sich zunächst jedoch nur die Jahreszahl, während viele der ambitionierten Pläne rasch an Alltag und Gewohnheiten scheitern.

Zwischen Motivation und Überforderung
Besonders deutlich zeigt sich dieses Phänomen in den ersten Monaten des Jahres, etwa in Fitnessstudios. Der anfängliche Enthusiasmus ist groß, die Vorbereitung oft theoretisch fundiert, die Umsetzung jedoch nicht selten überzogen. Was als Neuanfang gedacht ist, endet häufig in Frust und Überforderung.

Bewusstsein statt Verzicht
Ein alternativer Ansatz besteht darin, den eigenen Lebensstil bewusster zu gestalten. Dabei kann Qualität wichtiger sein als Quantität, sei es bei Lebensmitteln, Konsum oder Freizeitgestaltung. Weniger, dafür gezielter zu genießen, verändert den Alltag oft nachhaltiger als strikte Regeln.

Genuss als Ausdruck von Wohlstand
Die Möglichkeit, über Verzicht nachzudenken, ist bereits ein Zeichen von Wohlstand. In einer Gesellschaft, die Raum für Freizeit, Genuss und Selbstfürsorge bietet, wird Verzicht nicht aus Notwendigkeit, sondern aus Überfluss geübt. Auch das ist eine Form von Luxus.

Ein neuer Blick zum Jahresbeginn
Der Jahresanfang bietet die Gelegenheit, die eigene Situation einzuordnen. Anstatt auf hohem Niveau zu klagen, kann der Fokus auf das gerichtet werden, was möglich ist und gut funktioniert. So wird bewusster Genuss weniger zum Vorsatz als vielmehr zu einer Haltung.

Ein Vorsatz mit Perspektive
Vielleicht ist der nachhaltigste Vorsatz, die eigenen Möglichkeiten wertzuschätzen. Wenn man Genuss bewusst erlebt, weil er möglich ist, kann das mehr verändern als jeder kurzfristige Selbstverzicht.

Ihr
Thomas Geißler
Inhaber ‚Zigarrenkombinat Eisenach‘ und Vertriebsleiter ‚Les Privatiers‘
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