Der „große Don“ tritt von der Tabak-Bühne ab
Steffen Rinn: „Der ‚Don Stefano‘-Status und meine Dankesworte“
(pm/sp) Am vergangenen Samstag (21.01.26) erreichte die smokerspress-Redaktion die nachfolgende Nachricht eines ganz Großen der Tabakbranche, ein Mann mit dem Tabak im Blut, ein Mann mit deutscher Cigarrenhistorie von Geburt an: Steffen Rinn. “Wenige Wochen vor meinem 85. Geburtstag möchte ich die Cigarrenbranche wie folgt informieren: Als alleiniger Gesellschafter der Don Stefano GmbH und als Geschäftsführer mit meinem Sohn Matthias habe ich entschieden, zum 31.01.25 aus der Geschäftsführung auszuscheiden, um dem Investor (Anmerkung der Redaktion: ‚Robusto Ventures‘) die Steuerung der Manufaktur zu übertragen. Gleichsam übertrug ich die Mehrheit der Gesellschaftsanteile an den Investor. Letztlich erhielt dieser die restlichen Anteile am 31.01.26. Mein Sohn Matthias schied im November 2025 als Geschäftsführer aus und meine vorübergehende Beratertätigkeit endete am 31.01.26. Somit sind wir beide – Vater und Sohn – nicht mehr involviert im Geschäftsgebaren der Don Stefano GmbH. Diese Zäsur nehme ich zum Anlass, mich sehr herzlich zu bedanken für die außergewöhnliche hohe Akzeptanz meiner Person und die meines Sohnes Matthias bei den Lieferanten, Kunden und den Konsumenten anlässlich der Cigarren-Events. In den vielen Begegnungen sind aus Bekanntschaften enge Freundschaften entstanden, die wir gerne erhalten wollen. Für mich – seit Februar 1967 in der Cigarrenbranche aktiv – war es immer herausfordernd, die Position der „Cigarre“ als Genussmittel zu verteidigen. Dies werde ich auch noch weiterhin – wo und wie auch immer – mit Herzblut verfolgen.“
Wie im TV: Erfolgreiche Sendungen werden wiederholt – wir blättert in unserem Redaktionsarchiv fünf Jahre zurück
„Ich habe Tabak im Blut“, sagt Steffen Rinn von sich selbst – und dies hat er in rund 55 Jahren stets in kleinen und großen Gesprächsrunden – mit Politiker, Branchenpartnern, Verbänden, Händlern und den Cigarrenfreunden im ganzen Land – als charmanter, bodenständiger und weitblickender Unternehmer bewiesen. Rinn stammt aus einer mittelhessischen Cigarrendynastie, wie in Branchenkreisen hinreichend bekannt ist. Sein Großvater Ludwig hatte im Jahr 1895 in Heuchelheim seine erste Fabrik gegründet, die später unter dem Namen „Rinn & Cloos“ weltbekannt wurde und mit Fertigungsstätten in halb Mittelhessen große Bekanntheit erreichte und viele Arbeitsplätze schaffen konnte.“ 1967 habe ich in der Branche begonnen und alles von der Pike auf gelernt“, sagt Steffen Rinn. Als Vater Hans im Jahr 1975 starb, übernahm Steffen Rinn die Verantwortung für Produktion und Rohtabakeinkauf. Doch allmählich brachen harte Zeiten nicht nur für „Rinn & Cloos“ an. Cigarrenrauchen kam aus der Mode. Ende 1991 verkaufte die Familie an die Burger-Gruppe, die unter dem Label „Dannemann“ noch bis zum 31. März 1993 am Standort produzierte.
Der Tag an dem ‚Don Stefano‘ geboren wurde
„Ich war Anfang 50 und musste eine Entscheidung treffen, was ich in meinem dritten Berufsabschnitt tue. Mitte der 1990er Jahre gab es eine kleine Renaissance des Cigarrenrauchens, ausgelöst unter anderem durch Vorbilder wie Arnold Schwarzenegger und Bill Clinton. Deshalb hatte ich den Mut und habe nochmal bei null angefangen“, berichtet Steffen Rinn. Der Name „Don Stefano“ entsprang einer plötzlichen Eingebung und lag doch auf der Hand. Schließlich ist Spanisch die Sprache der Cigarrenwelt. Rinn übernahm einige der bewährten Maschinen, vor allem aber die erfahrenen Mitarbeiter. Und einige sind davon auch noch aktuell im Einsatz für ‚Don Stefano‘.
Beobachtungen eines Zeitgenossen
Am 24. März 2020 feiert Steffen Rinn, der Cigarrenmann, der Familienmensch, der Unternehmer und Waidmann, seinen 80. Geburtstag. Das smokerspress-Team wünscht alles Gute zum Geburtstag. Wir lassen uns heute zu seinem Geburtstag ein paar Bilder im Kopfkino ablaufen, so wie wir ihn kennen: In der einen Hand die Cigarre, in der anderen das brennende Streichholz. Genüsslich seine Cigarre anzündend. Dabei dreht er sie gekonnt zwischen den Fingern. Noch einmal kräftig auf das Brandende der Cigarre blasen für einen gleichmäßigen Abbrand. Fertig. Langsam steigt der Rauch auf. Zufrieden lehnt sich Steffen Rinn in seinen Sessel zurück und blickt seinem Gesprächspartner tief in die Augen. Wir freuen uns auf viele Wiederholungen.
