Abschied von Manfred Hortig, Pfeifenmacher mit unverwechselbarer Handschrift
Quereinsteiger prägte die deutsche Pfeifenszene mit kreativen Unikaten
(Script by Cigarworld) Manfred Hortig (74) ist am 15. Januar 2026 gestorben. Mit ihm verliert die Pfeifenszene einen Gestalter, dessen Werdegang ebenso außergewöhnlich war wie seine Arbeiten, die von Kennern auf den ersten Blick erkannt wurden. Hortig begann sein Berufsleben in der DDR als Automechaniker. Nach einer Rückenverletzung orientierte er sich neu, studierte Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Bildende Kunst und arbeitete in einem Kulturhaus. Nach der Wende folgten weitere berufliche Stationen, bevor er sich zum Landvermesser umschulen ließ. Präzision, Sinn für Formen und künstlerisches Denken begleiteten ihn bis in den Ruhestand.
Später Einstieg in die Pfeifenmacherei
Erst nach dem Ende seines Berufslebens fand Hortig zur Pfeifenherstellung. Der Impuls dazu kam aus dem Alltag: Seine Frau Angelika brachte ihm eine Pfeife und Tabak mit, was in ihm den Wunsch weckte, eigene Modelle zu entwerfen. Aus ersten Versuchen entwickelte sich rasch ein Handwerk, das er ernsthaft betrieb und das ihm in der Szene schnell Anerkennung verschaffte. Seit 2012 fertigte Hortig Pfeifen – ab 2014 war er regelmäßig auf deutschen Pfeifenmessen vertreten. Seine Arbeiten fanden zunehmend auch international Beachtung, unter anderem bei Veranstaltungen in Italien und den USA. Charakteristisch für seine Arbeiten waren individuelle Formen, die sich bewusst von Konventionen lösten und dennoch funktional blieben.
Kreativität und Präzision als Markenzeichen
Hortigs Pfeifen verbanden eine spielerische Gestaltung mit hoher handwerklicher Qualität. Er fand Inspiration im Austausch mit anderen Pfeifenmachern, etwa bei gemeinsamen Treffen in Balingen, bei denen das gegenseitige Lernen im Mittelpunkt stand. Seine Stücke galten als Unikate mit einer klar erkennbaren Handschrift. Er baute sich über die Jahre eine treue Anhängerschaft auf. Seine Arbeiten bleiben in Sammlungen, auf Messen und bei Rauchern präsent. Die Pfeifenszene verliert mit ihm einen stillen, aber prägenden Gestalter, dessen Werk weit über seinen Tod hinaus wirken wird.
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