„Welt-Rum-Tag“: Eine Reise durch Geschichte, Kultur und Genuss

Weltweiter Ehrentag für das „braune Gold“

(red/sp) Vom 10. bis zum 12. Juli 2026 steht Rum weltweit im Mittelpunkt. Der „Welt-Rum-Tag“, der jährlich am zweiten Samstag im Juli gefeiert wird, bietet Bars, Restaurants und Genießern die Gelegenheit, die Vielfalt dieser traditionsreichen Spirituose zu entdecken. Der Aktionstag wurde 2019 von Spirituosenautor Paul Jackson ins Leben gerufen, dem Herausgeber des „World Rum Guide“. Seine Vision war es, Rum international stärker ins Bewusstsein zu rücken und ihm eine angemessene Bühne zu geben. Durch die feste Platzierung am zweiten Juli-Samstag hat sich der Tag zu einem beliebten Anlass für Tastings und Veranstaltungen entwickelt.

Von der Karibik in die Welt
Rum hat seinen Ursprung in der Karibik, doch heute wird die Spirituose in mehr als 60 Ländern hergestellt. Auch im deutschsprachigen Raum besitzt Rum eine lange Geschichte. Besonders Flensburg entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Zentrum des europäischen Rumhandels. Über den Hafen gelangte Rum aus den damaligen dänischen Kolonien in die Stadt, wo der bekannte „Flensburger Rum-Verschnitt“ entstand. Auch Österreich hat eine eigene Rumtradition entwickelt. Da das Land keine eigenen Zuckerrohrkolonien besaß, wurde im 19. Jahrhundert der sogenannte „Inländer-Rum“ entwickelt. Diese Mischung aus Wasser, Alkohol und Aromen wurde zu einem festen Bestandteil der österreichischen Back- und Hüttenkultur und ist bis heute in bekannten Marken präsent.

Zwischen Kolonialgeschichte und Revolution
Die Geschichte des Rums ist eng mit den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen vergangener Jahrhunderte verbunden. Die Spirituose entsteht durch die Fermentation und Destillation von Zuckerrohrsaft oder Melasse. Im 18. Jahrhundert spielte sie eine wichtige Rolle im transatlantischen Handel. Diese Epoche war jedoch auch von Ausbeutung und Sklaverei geprägt. Der Zuckerrohranbau in der Karibik beruhte vielfach auf unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig entwickelte sich Rum später zu einem Symbol des Widerstands: Die britische Besteuerung von Zucker und Rum durch den „Sugar Act” von 1764 trug zur wachsenden Unzufriedenheit der amerikanischen Kolonisten bei und war einer der Auslöser der Amerikanischen Revolution. Auch George Washington erkannte die Bedeutung des Getränks und ließ anlässlich des Unabhängigkeitstages Rum an seine Soldaten ausgeben.

Das Erbe der Vergangenheit
Heute steht Rum für handwerkliche Herstellung, nachhaltige Produktion und internationale Vielfalt. Die Branche setzt verstärkt auf transparente Lieferketten, faire Bedingungen und hochwertige Qualitäten. Damit zeigt Rum eindrucksvoll, wie sich eine Spirituose mit komplexer Vergangenheit zu einem weltweiten Symbol für Genuss, Kultur und Begegnung entwickeln kann.

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