Rückläufiger Cigarrenmarkt 2025 in Deutschland – der BdZ schlägt Alarm

Verband zu den EU-Tabaksteuerplänen: Exodus für die mittelständische Cigarrenindustrie

(pm/sp) Das Statistische Bundesamt berichtet in seiner heutigen Pressemitteilung über den Absatz von Tabakwaren im Kalenderjahr 2025. Demnach ist bei Cigarren und Cigarillos ein Rückgang von über sechs Prozent auf ein Volumen von 2,141 Mrd. Stück gegenüber 2,291 Mrd. Stück im Jahr 2024 zu verzeichnen. Der Wert der abgesetzten Cigarren und Cigarillos ist auf 791 Mio. Euro zurückgegangen.

Wirtschaftliches Umfeld als Hauptursache
Der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Zigarrenindustrie (BdZ), Bodo Mehrlein, der die Interessen der überwiegend mittelständisch strukturierten Hersteller und Importeure von Cigarren und Cigarillos in Deutschland vertritt, ordnet die Zahlen der Versteuerungsstatistik für den Nischenmarkt ein: „Grundsätzlich zeigt der traditionelle Markt klassischer Cigarren- und Cigarilloprodukte seit vielen Jahren einen leicht rückläufigen Trend. Die negative Entwicklung in 2025 ist sicherlich der grundsätzlichen wirtschaftlichen Verfassung Deutschlands und der damit verbundenen Zurückhaltung beim Konsum geschuldet“.

Langfristiger Rückgang seit 2007
Wesentlich aussagekräftiger ist der langfristige Trend der Statistik. Er zeigt, dass diverse fiskalpolitische Instrumente, insbesondere zwei Änderungen bei der steuerrechtlichen Definition und die Einführung sowie die Erhöhung einer Mindeststeuer, dazu geführt haben, dass der Markt seit 2007 um mehr 60 Prozent zurückgegangen ist. Betrachtet man nur die letzten fünf Jahre, kann man einen Rückgang von über 20 Prozent feststellen. Seither behaupten sich Cigarren und Cigarillos trotzdem in der Nische für anspruchsvolle Genießer.

Kritik an EU-Plänen zur drastischen Erhöhung der Mindeststeuer
Die Entwicklungen zeigen eindeutig auf, dass bestehende steuerrechtliche Regulierungen bereits adäquat angesetzt sind. Die im Vorschlag der EU-Kommission geforderte Erhöhung der Tabak-Mindeststeuer von gegenwärtig zwölf Euro auf 143 Euro – dies entspricht einer Steigerung um 1.093 Prozent – ist ein Angriff auf die mittelständische Cigarrenindustrie und ein Verstoß gegen die Verhältnismäßigkeit. Auch fiskalpolitisch hätten diese prohibitiven Steuererhöhungen negative Auswirkungen. Der BdZ empfiehlt deshalb, sich an dem bisherigen Tabaksteuermodell in Deutschland zu orientieren, dessen analoge Fortführung auch im Koalitionsvertrag für die Zukunft festgelegt wurde. Der Verband stellt klar, dass klassische Cigarren und Cigarillos überwiegend von männlichen Konsumenten gehobenen Alters und nur gelegentlich zum Genuss geraucht werden. Weder gibt es bei diesem Produkt ein Problem mit dem Jugendschutz noch mit dem Schmuggel. Eine Substitution mit Zigaretten oder anderen Tabakprodukten findet nachweislich nicht statt.

Forderung nach Ausnahmen im europäischen Regulierungsprozess
In Hinblick auf die strengen Regulierungen des gesamten Tabakmarktes, wie die aktuelle Überarbeitung der Tabaksteuerrichtlinie sowie perspektivisch der Tabakproduktrichtlinie in der EU, fordert der BdZ Ausnahmen von weiteren Maßnahmen für das Kulturgut Cigarre/Cigarillo. Derartige Sonderregelungen würden Jugendschutzziele nicht beeinträchtigen, jedoch die mittelständisch geprägte deutsche Zigarrenindustrie, die Beschäftigten in der EU und in Drittstaaten sowie den Fachhandel erhalten.

https://www.zigarren-verband.de/