Markus Reutzel berichtet aus Como / Internationale Pfeifenmesse – Aufbruch zu neuen Ufern?

Comer See internationaler Szene-Treffpunkt

(mr) In Italien gibt es eine ganze Reihe von Pfeifenmessen, darunter seit Kurzem die „International Pipe Show Lake Como”. Como liegt in der Lombardei am südlichen Ufer des Comer Sees, zehn Minuten von der Schweizer Grenze und eine halbe Autostunde von Mailand entfernt. Die Stadt ist also auch touristisch sehr attraktiv. Im neoklassizistischen „Teatro Social aus dem Jahr 1813” mit beeindruckendem Innendesign startet ein junges Orga-Team aus Pfeifenenthusiasten ein neues Projekt: die Pfeifenmesse. Der Slogan lautet frei übersetzt: „Wir feiern Weltklasse-Pfeifenhandwerk!“. Die Messe ist international ausgerichtet, findet jedoch in einer Region statt, die eng mit einigen großen Pfeifenbauern und Firmen wie ‚Castello‘ verbunden ist.

84 Presentatori di Pipe
Die Resonanz war groß: Es gab vier voll besetzte Räume mit einem Querschnitt der italienischen Szene sowie Ausstellern aus Europa, Amerika und Asien. Insgesamt nahmen 84 Aussteller teil, davon elf aus Deutschland. Auch ‚Vauen‘ war im Ausstellerverzeichnis zu finden und wurde durch den Exportmanager Harald Kraheberger vertreten. Während man im norddeutschen Worth bei Fassbier und Gegrilltem eine weitere regionale Messe feierte, partizipierten die deutschen Aussteller am „Dolce Vita“ in Italien. Oder, wie es ein amerikanischer Teilnehmer ausdrückte: „Die internationale Community ist zusammengekommen.“ Diese ließ es sich vor und nach der Show an verschiedenen Stellen in Como und am See gut gehen. Die gute Laune war am Ausstellungstag vorprogrammiert und sprang direkt über.

Beeindruckende Resonanz und internationales Interesse
Gegen Ende des Tages konnte Lorenzo Piscopiello, der für die deutschen Kontakte zuständig ist, gut 500 registrierte Besucher zählen. Unter ihnen befanden sich auch einige Händler und eine ganze Schar asiatischer und internationaler Online-Blogger. Dazu zählte beispielsweise der Händler Alan Qian (Casa de Yunhe), der sich selbst als der größte Pfeifenhändler in China bezeichnet und ein Ladenlokal in Südchina betreibt, das eher an ein Designbüro erinnert und eine durchweg junge Kundschaft anzieht. Er lobte ausdrücklich das Konzept des zukünftig alle zwei Jahre stattfindenden Events sowie das junge und kreativ denkende Orga-Team. Seiner Meinung nach ist es von Vorteil, dass das Event nicht von Pfeifenbauern, sondern von marketingorientierten Pfeifen-Enthusiasten und Sammlern organisiert wird. Qian kaufte kräftig ein, auch bei den deutschen Teilnehmern.

Erfolgreicher Start mit Blick auf künftige Entwicklung
Das Fazit fiel durchweg positiv aus. Über die kleinen organisatorischen Startschwierigkeiten sah man großzügig hinweg. Zu den deutschen Ausstellern zählten Frank Axmacher, CO Pipes, Dirk Heinemann, Cornelius Mänz, Jürgen Moritz (Pfeifenecke Galabura), Werner Mummert und Thomas Kalmar. Roland Kirsch war nicht vor Ort, seine Exponate wurden jedoch von Thomas Kalmar präsentiert. Die deutschsprachige Fraktion wurde durch den Österreicher Christian Ruetz aus Tirol ergänzt. Man darf gespannt sein, wie sich dieses Projekt weiterentwickelt. Der Ansatz des jungen, marketinggetriebenen Teams scheint jedenfalls in einem sich verändernden und schwieriger werdenden Marktumfeld erfolgversprechend.

Foto: Deutsche Aussteller (Nicht im Bild: Thomas Kalmar und Harald Kraheberger)

https://www.thepipeshow.com