„What I say – die Besserwisser-Kolumne“
Aufmerksamkeit ist ein knappes Gut
(Kolumne) Wir Journalisten müssen ehrlich sein: Wir sind im Unterhaltungsgeschäft. Wir „verkaufen“ nicht nur Informationen und Einordnung. Wir müssen die Menschen umwerben, uns in ihrer freien Zeit ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Das geht nur, wenn wir sie unterhalten. Aufmerksamkeit ist ein knappes Gut. Eine vielzitierte Studie kam schon vor Jahren zu dem Ergebnis, dass die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne des Menschen von zwölf Sekunden im Jahr 2000 auf acht Sekunden gesunken ist – ein Goldfisch hält neun durch. Die Studie ist methodisch umstritten, aber die Richtung stimmt: Wer scrollt, wartet nicht.
Eventuell erinnern sich einige unserer Leser sich an die ‚Maoam‘-Werbung. Hier fragte der Schiedsrichter nach einer aus Sicht der Zuschauer falschen Entscheidung. Die Antwort lautete ‚Maoam‘. Ich frage mich, was wollt Ihr/Sie werte Leser, hier lesen? Der Bayerischen Journalistenverband veröffentliche in Fachkreisen eine Studie zum Medieninteresse, die da sagt, dass 61 Prozent der Befragten den Content Creatoren/Influencern uneingeschränkt folgen, 29 Prozent Newslettern und zehn Prozent keine Meinung haben – Printmedien sind für 90 Prozent Schnee von gestern.
Nun mal die ‚Maoam‘-Frage: was wollt Ihr a) subtile, schnelllesbare Produktinformationen mit redaktionellem Touch oder b) 30 Minuten Influencer-Geschwafel. Ich bin auf die Reaktionen gespannt. Als Dankeschön für die Teilnahme loben wir drei smokersplanet-Sampler jeweils im Wert von 60 Euro aus – einmal DomRep, einmal Honduras, einmal Nicaragua. Die Losfee hat das Wort, ohne Wertung der Antworten.
Jetzt erinnere ich mich, dass die Aufmerksamkeitsspanne der Leser (im Allgemeinen) kurz ist und scrollen schnell geht. Naja – und bis zu meiner nächsten Kolumne weiß ich ja Besseres.
Kommen Sie gut durch den Juni, leben Sie das Leben und frönen Sie dem Genuss – mit der Lektüre Ihrer Wahl.
Ihr
Ihr/Euer
Klaus Peter Will
