Schock für die Habanos-Freunde: ‚Festival del Habano 2026‘ fällt aus

Cuba verschiebt Kult-Veranstaltung / Energiekrise und US-Sanktionen machen Schritt notwendig

(AFP/sp) Cuba hat das traditionsreiche ‚Festival del Habano‘ für dieses Jahr abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben. Ursprünglich war es für Ende Februar geplant. Die Veranstalter begründeten die Entscheidung mit der anhaltenden Energiekrise, die das Land derzeit stark belastet. Habanos S.A., der staatlich unterstützte Organisator, betonte, dass die Verschiebung notwendig sei, um die gewohnten Qualitätsstandards der internationalen Veranstaltung zu wahren. Ein konkreter Ersatztermin wurde bislang nicht genannt.

Bedeutung für Wirtschaft und Außenhandel
Das ‚Festival del Habano‘ lockt Cigarrenliebhaber, Händler und Fachjournalisten aus aller Welt nach Cuba. Ein traditioneller Bestandteil der Veranstaltung ist die Versteigerung von Premium-Cigarren und Humidoren. Der Erlös der letzten Auktion betrug rund 19,5 Millionen Dollar und fließt zum Teil in das Gesundheitssystem des Landes. Cubanische Cigarren zählen zu den wichtigsten Exportgütern der Insel und generieren dringend benötigte Devisen für die angeschlagene Wirtschaft.

Krise und internationale Auswirkungen
Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund einer tiefgreifenden Energiekrise, die durch den Stopp von Öllieferungen aus Venezuela sowie durch US-Sanktionen verschärft wurde. Aufgrund von Treibstoffmangel haben internationale Fluggesellschaften wie Air Canada Flüge gestrichen. Zudem warnen mehrere Staaten vor Reisen nach Cuba, da Rückflüge unsicher sein könnten. Auch das Auswärtige Amt Deutschland rät von nicht notwendigen Reisen ab. Cubas Präsident Miguel Díaz-Canel bezeichnete die US-Maßnahmen als Versuch, die cubanische Wirtschaft „zu ersticken“.