Geißlers Lupe

‚Big Smoke Eisenach‘ – dem Event-Terror getrotzt / Kulturgut Cigarre siegt

(Kolumne) Wenn jemand eine Veranstaltung plant. Ja, wir engagieren uns und tun es, ohne dabei an finanzielle Interessen zu denken. Eine Veranstaltung rund um die Cigarre zum Beispiel. Da geben sich viele Kollegen und ehrenamtliche Helfer alle Mühe und arbeiten Stunde um Stunde für das Event. Hier meine Kolumne zum fantastischen ‚Big Smoke Eisenach‘. Der mit Fantasten begann, den wir fantastisch erleben durften. Aber der Reihe nach.

Die Stadt informiert, so beginnt alles, dass es eine Anzeige gegen das Event geben wird. Schnell finden wir heraus, dass es ein Herr ist, der selbst in der Verwaltung arbeitet. Seinen Lebensmittelpunkt hat er in Planegg. Er ist, glaube ich, das, was man einen Extremisten nennt. Nun gingen also diverse Mails in Eisenach ein. Ob alle von dieser Person, die angeblich auch bei ‚Pro Rauchfrei‘ organisiert ist, stammen, lassen wir mal offen. Es wurden wohl alle Dezernate der Stadt, die Bürgermeister, das Ordnungsamt, die Polizei, der Landrat, die Stadtentwicklung und sogar der Chefredakteur der ‚Thüringer Allgemeinen‘ angeschrieben. Ich frage mich, was für ein erbärmliches Männlein das sein muss. Aus Bayern in Thüringen einen solchen Terz zu machen.

Nun begann der Nervenkrieg, denn die Ämter in unserem Land sind verpflichtet, auch den idiotischsten Anträgen der dümmsten Bürger nachzugehen. Ist das hier der dümmste Bürger? Bewertet es selbst, ein Extremist ist er auf jeden Fall. Und nein, er hat nicht nur uns auf der Liste, es geht quer durchs ganze Land, das höre ich von allen Seiten. Nun bekam der Wirt, was völlig verständlich ist, kalte Füße. Wer kann es ihm verdenken? Also ging Rike Geißler hier in die Gespräche – man muss immer die Besten senden. Zur Erklärung: Der ‚Big Smoke‘ mit dem ‚CSWC‘ ist eine Veranstaltung des ‚G&C Gentlemen’s Club Eisenach‘. Es gibt keinen kommerziellen Hintergrund. Derweil arbeiteten alle auf Hochtouren. Die Stadt wälzte in allen möglichen Ämtern die Gesetze, denn der Nichtraucherschutz ist Ländersache. Wir schrieben im Club mit unseren Anwälten die entsprechenden Erklärungen. Die Fristen passten. Der Wirt verlangte zu Recht Rechtssicherheit. Also wurde schnell eine Ortsbegehung durchgeführt und das Ergebnis schriftlich festgehalten.

Sollte es am geplanten Austragungsort nicht funktionieren, bot der Innenstadtverein Lösungen an. Alle halfen mit und standen parat. Es ist toll, so etwas erleben zu können. Dazu muss man wissen, dass sich gut 80 Gäste aus ganz Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Dänemark, Schweden und Estland angemeldet hatten. Die Hotels waren gebucht. Das sind schnell über 150 Übernachtungen für eine Stadt mit 42.000 Einwohnern. Dann kam der Mittwoch. Wir hatten seit Tagen nicht geschlafen, kaum gegessen und waren extrem gestresst. Das hat das Männlein aus dem Süden ja hinbekommen: Stress, Ärger und gigantische Kosten für den Steuerzahler.

Ortstermin am Veranstaltungsort. Es kamen jemand vom Ordnungsamt, vom Landkreis und von der Rechtsabteilung der Stadt Eisenach. Alles wurde begutachtet. Die Standorte der Feuerlöscher, die Türen, die Ventilatoren, die Entlüftung und vieles mehr. Die Stadt und der Landkreis waren uns hier eine große Hilfe. Sie haben uns nie im Regen stehen lassen, sondern immer klar kommuniziert, was, wie, wo und wann verlangt wird. Das Ergebnis war bestens. Der Wirt war glücklich und alles konnte seinen Gang gehen. Ein Teil des Stresses fiel von uns ab. Was wäre gewesen, wenn das nicht geklappt hätte? Hätten wir alles absagen müssen? Hätten wir alle anschreiben und anrufen müssen? Was wäre mit den Hotels gewesen, die nicht zu stornieren gewesen wären? Es wäre ein Sachschaden für alle entstanden.

Nun konnte der Freitag mit all der Freude und dem Genuss beginnen, wie er sollte. Und siehe da, auch die Polizei kam vorbei. Ein besorgter Bürger, nennen wir ihn Erich, war wohl persönlich auf der Wache vorstellig geworden. Genau genommen tat uns Erich einen Bärendienst, denn die beiden sehr freundlichen Polizisten stellten fest, dass alles dem Thüringer Gesetz entsprach und wir viele Richtlinien sogar übererfüllt hatten. Zudem muss man lobend erwähnen, dass die Community der Cigarrenfreunde in solchen Fällen auch gerne mitspielt und sich an alle Regeln hält.

Wir hatten zwei Tage lang eine tolle Party. Wir hatten tolle und glückliche Gäste. Was will man bitte mehr? Mit mir hat sich der kleine Fundamentalist nun zum dritten Mal angelegt. Drei Mal hat das Männlein nun verloren. Man darf nie vergessen: Das sind Extremisten, deren Ziel weit von Demokratie und einem funktionierenden Zusammenleben entfernt ist. Wie soll man einen Menschen sonst bezeichnen, der in Oberbayern sitzt und mit seinem Terror in Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Franken und anderen Bundesländern zuschlägt? Meine große Frage bleibt: Flippt er aus, wenn er weiter verliert? Und was macht er dann?

Ihr/Euer
Thomas Geißler
Inhaber ‚Zigarrenkombinat Eisenach‘ und Vertriebsleiter ‚Les Privatiers‘
https://www.facebook.com/61575820403417/