Geißlers Lupe

Mitreden statt meckern

(Kolumne) Da stehen wir wieder einmal, manche ratlos, andere schütteln den Kopf, einige ballen die Fäuste – oft allerdings nur in den Hosentaschen. Was ist passiert? Wir erinnern uns ein paar Jahre zurück: Damals gab es im Bundesland Bayern eine Umfrage zum Thema Rauchen in Innenräumen. Eine demokratische Angelegenheit, bei der ein Rechtsstaat seine Bürger fragt, was sie denken. Sehr viele Bürger, die sich heute laut über genau dieses Gesetz beschweren, waren damals nicht willens, an die Wahlurne zu gehen.

Wir können zwar spekulieren, warum es so war, doch es ist Vergangenheit. Wir alle müssen uns darauf besinnen, dass Demokratie Mitmachen fördert und fordert. Es ist nicht nur feige, sondern auch extrem dumm, einfach abzuwarten, was passiert, und sich anschließend zu beschweren. Aber was genau meine ich damit, wo will ich hin? In Tageszeitungen, auf Onlineplattformen und auch in den smokerspress-Newslettern konnten wir lesen, was sich in Bayern tut. Wieder in Bayern. Die Frage ist: Wollen wir tatenlos zusehen? Wollen wir in Deutschland Verhältnisse wie in Belgien, Irland oder den Niederlanden? Oder wollen wir etwas tun, um die Freiheit zu bewahren, um unsere Cigarren zu genießen? Diese Frage muss sich jeder Genussraucher stellen.

Nun folgt der etwas anstrengende Teil: Wir müssen unsere demokratischen Gedanken schärfen. Wir müssen uns bewusst machen, dass wir eine gewichtige Stimme haben, jeder von uns. Ich weiß, es ist einfach, zu sagen: „Die da oben machen doch eh, was sie wollen” oder: „Die da oben hören doch eh nicht auf uns.” Mit solchen Aussagen ist aber niemandem geholfen und eine Demokratie lebt auch nicht davon. Mir ist bewusst, dass diejenigen, die das jetzt anmaßend finden, wieder einmal böse reagieren und wütend werden. Genau ihr seid gemeint.

Selbstverständlich kann ich nicht einfach etwas schreiben und dann erwarten, dass er oder sie ab sofort eigenständig handelt. Wir Bürger werden gefragt und es ist Bürgerrecht und Bürgerpflicht, dass wir uns beteiligen und die Demokratie ernst nehmen – wir haben die freie Entscheidungsgewalt, das haben nicht alle Menschen. Wir können jetzt teilnehmen, uns legitimieren, unsere Meinung kundtun und hoffen, dass es viele andere auch tun. Wir können uns aber auch hinsetzen, griesgrämig aus der Wäsche gucken und das Ganze missachten. Einfach nichts tun und hinterher laut schimpfen, dass genau das passiert ist, was passiert, wenn man eben nichts tut.

Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass sich die EU so entscheidet, wie wir es gerne möchten. Wenn wir aber viele Menschen in Europa dazu bringen, hier mitzumachen, sich einzutragen und ihre Meinung zu schreiben, dann haben wir wenigstens eine Chance. Dann können wir hinterher wenigstens sagen: Wir haben es probiert. Wie sagten wir noch gleich im Fitnessstudio? „Du entscheidest dich vor jedem Training: Mann oder Maus.” Nun liegt es bei Euch, macht was draus.

https://www.sueddeutsche.de/bayern/niederbayern-landshut-maennerladen-zigarren-tasting-anzeige-rauchverbot-li.3497142

https://germany.representation.ec.europa.eu/news/uberarbeitung-der-eu-tabakregeln-kommission-startet-offentliche-konsultation-2026-05-22_de

Ihr/Euer
Thomas Geißler
Inhaber ‚Zigarrenkombinat Eisenach‘ und Vertriebsleiter ‚Les Privatiers‘
https://www.facebook.com/61575820403417/