Falk Huhn: Ich bin dann mal weg
Der Feuerzeug-Missionar wird Pensionär – mit 80
(sp) Es fühlt sich thematisch an wie gereifter Wein. Heißt, er entwickelte sich weiter und weiter, auch nach der ersten und zweiten Unruhestandserklärung. Er? Das ist der Mann mit dem Feuerzeug-Gen, Falk Huhn (Foto). Zweimal Abschied, dann folgte jeweils ein Comeback, jetzt ist „Finale Grande“, sagt er – mit achtzig Jahren und fügt mit seinem charmanten Grinsen hinzu: „Man(n) hat ja noch Ziele“.
Bei Rowenta ging es los – im Jahre 1966
Falk Huhn ist schlechthin das deutsche Urgestein der Feuerzeugbranche. Seit 1966 ist er hier „Zuhause“, das ist seine kleine, große Welt. Huhn, bekennender Hesse, startete in Offenbach/Main bei Rowenta, einem der ältesten und renommiertesten deutschen Feuerzeughersteller, ins Berufsleben. „Am 7. August 1966 hielt ich mein aller erstes Metallfeuerzeug in den Händen – den Tausendzünder ‚Mylflam‘ des vorgenannten Unternehmens“, so Huhn. Über sieben Jahre schlug er dort seine Zelte auf, mehrere Jahre verantwortete er die Betriebsleitung.
Als die Japaner kamen, er war dabei
In den 1970er Jahren verlagerte sich die Feuerzeugindustrie mehr und mehr in Richtung Japan. Der „junge Huhn“ war ein mutiger Huhn und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit. Mit Kreativität und Unternehmergeist folgten interessante Unternehmensgründungen. Die Tür zur weiteren Verwirklichung öffnete sich für ihn unter dem Label ‚Huhn Exclusiv‘, einem Unternehmen welches Luxus-Feuerzeuge, Schreibgeräte, Uhren und Cigarren im Angebot hatte. Auch das Tankstellen-Business mit Feuerzeugen, Schlüsselanhängern, Schreibgeräten und vielem mehr hatte der umtriebige „Frankfurter Bub“ realisiert. Eine Kooperation mit Agip und Esso war die Eintrittskarte zum Absatzerfolg.
Beruflicher Lebensinhalt: das Feuerzeug
Ende der 1980er-Jahre war das Feuerzeug und nur noch das Feuerzeug sein Programm: mit einem eigenen Feuerzeug-Modell, dem ‚Kosy‘, kehrte er vollends in die Branche zurück. Next Power-Step war Mitte der 1990er-Jahre die Zusammenarbeit mit der europaweit tätigen Hadson Feuerzeuge GmbH in Neu-Isenburg, die er gemeinsam mit Johannes Hohmann zum Laufen brachte. Hadson- sowie Ronson-Feuerzeuge und das Zippo-Komplettsortiment, nicht zu vergessen die Eigenmarke ‚Kosy‘, waren Huhns neues Etappenziel. „Mit Hadson führte mich der Weg regelmäßig nach Fernost – nach Hongkong, Japan, Südkorea, China und Vietnam – und eröffnete mir attraktive, neue Perspektiven im internationalen Handel“, resümiert er über die Folgezeit bis zum geplanten Vorruhestand 2002. Doch Ruhestand war dann doch noch nicht angesagt.
Und dann kam Moosmayr
Auf Anregung eines Metro Vorstandsmitglieds stieg Huhn in das Jalousiengeschäft ein, Feuerzeug nur noch in der Hosentasche. Die Quelle-Insolvenz ließ Huhn das Projekt dann doch vorzeitig beenden. Nach Huhns Motto: eine Tür geht zu, die nächste geht auf, kam ein Anruf aus Österreich, erklärt schmunzelnd der Feuerzeug-Mann: „Dem Angebot, als freier Mitarbeiter für Moosmayr in Österreich ein Import und Export-Geschäft für Raucherbedarfsartikel mit aufzubauen, konnte ich nicht widerstehen.“ So als wäre dies das einfachste der Welt. Dieser Zusammenarbeit sollte der zweite berufliche Abschied, dreizehn Jahre nach dem ersten, folgen. Sollte.
Wellauer und Tabimex. Weitere zehn intensive Jahre
Auch 2015 kam es anders: Der leider viel zu früh verstorbene Peter Rohner, Inhaber der Schweizer Wellauer AG und langjähriger, freundschaftlicher Weggefährte, bewegte Huhn zu einer Zusammenarbeit. Unter dem Logo ‚Tabimex‘ entstand ein internationales Handelsunternehmen, mit Sitz in Österreich, für den Import und Export von Rauchbedarfsartikeln. „Ich durfte den Aufbau und die Entwicklung dieser beiden Unternehmen entscheidend mitgestalten – und bin stolz auf das gemeinsam Erreichte“, resümierte Falk Huhn anlässlich eines Treffens im Umfeld seiner Freunde im Offenbacher KäsmühlGenusssRaucher-Club.
Old School: Hart im Business, beliebter Zeitgenosse
Und jetzt? Ende 2025; zehn Jahre nach dem letzten Comeback? „Nix mehr, habe fertig mit Job; aber Lebbe geht weider“ – „und wirklich der endgültige Abschied vom Berufsleben“. Und noch ein Statement des Feuerzeug-Missionars: „In all diesen Jahren durfte ich wertvolle Begegnungen mit Kollegen, Kunden, Lieferanten und Mitbewerbern erleben – aus manchen wurden echte Freunde. Nun endet diese intensive Zeit. Ich verabschiede mich mit aufrichtigem und herzlichem Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, für Ihre Loyalität, Unterstützung und viele bereichernde Gespräche.“ Ach da ist dann noch etwas: Reisen will er. Hat er ja auch so selten gemacht. Auf Sansibar war er gerade, wirklich privat – mit Feuerzeug und exquisiten Cigarren. So soll es weiter gehen, die smokerspress-Redaktion wünscht ihm dies von Herzen.
