‚Berliner Pfeifen-Session‘ – ein Weckruf an die stille Pfeifen-Community
Organisator Kristijan Pavic will ein neues Selbstverständnis vermitteln / Markus Reutzel sprach mit ihm
(mr/sp) Es tut sich etwas in der Hauptstadt – zumindest was das Thema Pfeifenmesse angeht. Organisator Kristijan Pavic ist allerdings kein Freund des Wortes Messe. Die ‚Berliner Pfeifen-Session‘ fand zum zweiten Mal im ‚Leo’s‘, einer Sportsbar und Eventlocation mit Raucherbereich in Charlottenburg-Wilmersdorf, statt.
Keine Messe, eine Session
Im Interview erzählt der entspannte Berliner mit serbischen Wurzeln, der ursprünglich Steinmetz gelernt hat und heute hauptberuflich Tätowierer ist, wie er selbst zum Pfeifenbau und 2025 zur ersten ‚Pfeifen-Session‘ gekommen ist. Der limitierte Platz in den Räumlichkeiten brachte ihn auf die Idee, da er sein Event nicht mit einer richtigen Messe vergleichen konnte und wollte. Als Jugendstil-Fan nahm er Anleihen an der ‚Berliner Secession‘, einer Kunstausstellung zur Zeit des Jugendstils. So spannte er den Bogen zur Session als ein gemütliches Beisammensein. An dieser nahmen in diesem Jahr wieder 15 Pfeifenbauer teil, davon 13 aus Deutschland. Mit ‚širanović Pipes‘ und ‚Bajić Pipes‘ aus Belgrad und Zagreb war auch der Balkan und Südosteuropa mit Pfeifenbauern vertreten.



Pfeife als Statement
Pavic ist nicht nur immer elegant gekleidet, sondern macht sich auch tiefgreifende Gedanken zum Thema Pfeife. Für ihn ist es wichtig zu wissen, wo etwas herkommt und wie es „mit der Hand“ gemacht wird. Entsprechend lautet das Motto der Veranstaltung ‚Pfeifenraucher treffen Pfeifenmacher – Handwerk und Genuss‘. Damit hat er in Berlin ein Alleinstellungsmerkmal. „Es wäre doch schön, wenn man mit solchen Genuss-Veranstaltungen das Pfeiferauchen in der Öffentlichkeit wieder cooler darstellen könnte. Wenn ich rauche, dann will ich mir etwas Gutes tun – ob eine schöne, handgemachte Pfeife oder auch eine edle Cigarre.“ Dabei ist er sehr offen für neue Ideen und Vorschläge.
Pfeifenszene braucht neue Impulse
Fast schon philosophisch ist seine Aussage, dass der Diskurs und die unterschiedlichen persönlichen Vorlieben das Thema Pfeife stark beleben können. Er nennt Manfred Hortig, Uwe Maier und Christian Wolfsteiner als Beispiele. Für ihn ist Stillstand keine Option, die Szene muss sich mit neuen Ideen weiterentwickeln. Pavic monierte auch, dass Pfeifenraucher in der Öffentlichkeit praktisch unsichtbar sind. Das möchte er mit seiner Veranstaltung – zumindest ein wenig – ändern. Ein bemerkenswerter Ausspruch sollte der Pfeifen-Community zu denken geben: „Es ist doch wichtig, dass wir trotz unserer Unterschiede alle ein und dasselbe teilen: den etwas kultivierteren Tabakgenuss mit der Pfeife und das damit verbundene Lebensgefühl.“
