Revolution! Bäcker nehmen Stutenkerl die Pfeife weg

Hitzige Diskussionen um das Tonpfeifchen

(pm/sp) Wie sieht ein Stutenkerl aus? Seit Jahrzehnten gleich: Männeken mit Rosinenaugen und einer Pfeife in der Hand. Doch das wird sich nun in zahlreichen Bäckereien ändern. Am Niederrhein verzichten einige Bäckereien bei ihrem Stutenkerl neuerdings auf die traditionelle Pfeife. Andere Backstuben bieten Stutenkerle schon länger nur noch auf Vorbestellung mit Pfeife an.

Stutenkerl ohne Pfeife: „Deutschland schafft sich ab” / Die Pfeife ist Tradition

Als Stutenkerl oder auch Weck(en)mann wird ein Gebildbrot aus Hefeteig bezeichnet. Das Gebäck in Form eines stilisierten Mannes hat seine Hauptsaison im Herbst und Winter. Dabei wird es etwa in Nordrhein-Westfalen, in Hessen oder im Eichsfeld in der Zeit um den Martinstag am 11. November hergestellt und verspeist. Als Stutenkerl ist es vielerorts ein typisches Adventsgebäck; in anderen Gegenden wird es auch im Januar verspeist oder ist überhaupt von Terminen unabhängig. Die äußere Form bezieht sich je nach Region auf den Bischof Nikolaus von Myra und seinen Festtag am 6. Dezember oder aber auf den heiligen Martin.

Schlechthin ein knubbeliges Männchen mit Rosinen-Augen und nicht zu vergessen: mit lässiger Pfeife – und die soll nun wegen den Nichtraucherschutzgesetzgebungen aus dem Alltagsbild in der Vorweihnachtszeit verschwinden. Ärzteschaft, Politiker und Anti-Rauchergruppen sehen in der kleinen Tonpfeife des Stutenkerls die personifizierte Verführung von Minderjährigen zum Rauchen. Na denn…