Nachgefragt bei Jan Mücke (DZV): Was läuft in Sachen Jugendschutz in Deutschland?

Ein Online-Schulungsprogramm zum Jugendschutz ist seit Januar online / Wie gehen die Tabakwarenhändler mit diesem Service um?

(sp) Zum Jahresbeginn 2019 baute der Deutsche Zigarettenverband (DZV) seine Jugendschutz-Aktivitäten weiter aus. Das webbasierte Schulungsprogramm „Jugendschutz im Tabakwaren- und E-Zigaretten-Handel“ unter http://www.jugendschutz-handel.de ging online, um Verkäuferinnen und Verkäufer bei ihrer verantwortungsvollen Aufgabe zu unterstützen. Zwei Monate nach der Online-Platzierung haben wir Jan Mücke, den DZV-Geschäftsführer, nach dem Statuts und den aktuellen Erkenntnissen zu dem vorgenannten Service befragt.

sp: Herr Mücke, was bietet das multimediale Lernprogramm dem Tabakwarenfachhandel?

Jan Mücke (JM): Das multimediale Lernprogramm bietet zahlreiche Praxisbeispiele und Argumentationshilfen im Umgang mit jungen Kunden, die Tabakprodukte oder e-Zigaretten käuflich erwerben wollen. Das e-learning-Tool beinhaltet alles Wissenswerte zu den gesetzlichen Vorgaben und hilft so bei der konsequenten Umsetzung des Jugendschutzes im Einzelhandel. Das ca. 20minütige Training kann zeitlich und räumlich flexibel sowohl auf dem PC als auch auf mobilen Endgeräten absolviert werden. Jeder Teilnehmer erhält nach Abschluss sein persönliches Zertifikat. Und die aktuellen gesetzlichen Vorgaben stehen zudem als Ausdruck für den Laden zum Download bereit.

sp: Das E-Learning-Tool wurde in Zusammenarbeit mit dem Verband des eZigarettenhandels (VdeH) erarbeitet. Sie setzen also auf die Kooperation in Sachen Tabak- und E-Zigaretten in der Kommunikationspolitik des Jahres 2019?

JM: Das ist richtig. Denn auch für e-Zigaretten gelten seit 2016 die gleichen jugendschutzrechtlichen Bestimmungen wie für traditionelle Tabakprodukte, der Verkauf an Kinder und Jugendliche ist verboten. Die strenge Kontrolle des Mindestabgabealters beim Verkauf von e-Zigaretten ist ein entscheidender Faktor für die weitere Entwicklung dieses noch jungen Marktsegments. Für erwachsene Raucherinnen und Raucher stellen e-Zigaretten eine interessante Alternative zur Zigarette dar, was sich auch in der dynamischen Marktentwicklung widerspiegelt. Der konsequente Jugendschutz ist eine Grundvoraussetzung, um die allgemeine Akzeptanz der e-Zigarette weiter zu stärken und diesen positiven Trend fortsetzen zu können.

sp: Zum aktuellen Status: Wird das Online-Tool vom Tabakwarenhandel wirklich genutzt? Wo sind die Baustellen, die für Sie und Ihre Kollegen ganz oben auf der Agenda stehen?

JM: Wir machen gemeinsam mit unseren Mitgliedsunternehmen durch verschiedene Aktionen auf unser Schulungsprogramm aufmerksam. Wir erhoffen uns, dass das Programm künftig noch stärker genutzt wird. Bisher haben bereits mehr als 100 Nutzer das Programm absolviert und ihr persönliches Zertifikat erhalten.

sp: Vielen Dank, sehr geehrter Herr Mücke, für dieses Gespräch.

Hier geht es zum Programm: https://www.jugendschutz-handel.de

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