Juul ist noch nicht da – und doch schon von gestern

Nude (Red Kiwi) will auf die Überholspur

(pm/sp) Mit „Nude“, einem Produkt aus dem Hause des insolventen E-Zigaretten-Klassikers „Red Kiwi“, bringt eine Schweizer Firma eine eigene E-Zigarette auf den Schweizer Markt, die laut Hersteller identisch mit jener von “Juul“, dem ganz besonders umstrittenen US-Anbieter, sind. Die Dampfgeräte sollen Anfang 2019 in der Schweiz bei Coop, K-Kiosken oder Denner zu kaufen sein. Die ebenso boomende wie auch umstrittene US-Marke „Juul“ hat soeben ihre Produkte in der Schweiz und in Deutschland lanciert beziehungsweise angekündigt.

Dass nun „Red Kiwi Nude“ fast zum gleichen Zeitpunkt auf den Schweizer Markt kommt, ist für Adrian Brotschi nicht optimal: «Wir wurden von Juul überrumpelt», sagt der Präsident von Next Tröber zu 20 Minuten (Schweizer Boulevardblatt). Unterschiede zum US-Produkt gebe es keine. Dennoch wagt Brotschi den Sprung in den hart umkämpften Markt mit E-Zigaretten. «Wir wollen das Gegenstück zu Juul in der Schweiz und in Europa sein», so der Präsident. Er verweist auf das große Marktpotential. Gemäß jüngsten Zahlen des Bundesamtes für Statistik rauchen 27 Prozent der Schweizer. 2016 griffen aber lediglich 0,7 Prozent ab und zu zur E-Zigarette. „Red Kiwi Nude“ wird denn auch als Produkt für die Raucherentwöhnung beworben. Der Slogan dazu wird heißen: «Es war noch nie so einfach mit dem Rauchen aufzuhören.» Im Visier sind Tabak-Zigarettenraucher, die auf eine Alternative umsteigen wollen.

Für Brotschi ist der verwendete Slogan legitim. Es sei schließlich unbestritten, dass E-Zigaretten weniger ungesund seien als normale Zigaretten. Ein Nachteil sei aber auch klar: die Suchtgefahr. Man erkläre daher auf 35 Prozent der Frontfläche, dass es sich um ein nikotinhaltiges Produkt handle, das abhängig machen könne. Vor allem in den USA hat Juul zu einem Rauchertrend bei Teenagern geführt. Für Wirtschaftspsychologe Christian Fichter liegt es nahe, dass gleich mehrere Anbieter ähnliche Produkte lancieren: «Die Veränderungen im Markt bieten auch kleinen Herstellern die Gelegenheit, den Markteintritt zu wagen.» Die einzelnen Produkte würden dann mit unterschiedlichen Markenversprechungen aufgeblasen, so Fichter.

Wie die E-Zigarette von Juul braucht man bei Red Kiwi Nude neben dem Basisgerät die sogenannten Pods. Sie enthalten das Nikotin und sind in den Aromen Tabak, Frucht, Mango und Minze zu haben. In einem Pack sind jeweils vier Stück. Ein Pod hat laut Brotschi so viel Nikotin wie ein normales Zigi-Päckli. Enthalten ist das gesetzliche Maximum, also 20 Milligramm Nikotin pro Milliliter.

Unter anderem werden K-Kioske, Coop, Denner, Migrolino oder Tankstellen von Shell und Avia die Nude-Dampfer verkaufen. Die Firma Next Tröber hat die E-Zigarette mit der Hamburger Firma Red Kiwi entwickelt. Auch in Deutschland und Österreich kommt das Produkt auf den Markt. Der empfohlene Preis für das Dampfgerät liegt bei 39 Franken. Ein „Päckli“ mit vier Pods kostet 18.90 Franken. Damit ist das Dampfgerät rund 10 Franken günstiger als bei Juul und die Pods sind etwa gleich teuer.

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