Andreas Thümmler – vom Investmentbanker zum Destiller

Die Erfolgsgeschichte von St. Kilian Distillers

(Kolumne) Genussmenschen sind immer auf der Suche nach dem Neuen. Sie bewahren sich das, was sie geschmacklich kennen und lieben, jedoch geht der Blick stets über den Teller- oder Gläserrand hinaus. Wenn man sich zurzeit die Whiskyszene und im Speziellen die stets wachsende Deutsche betrachtet, dann leuchtet ein Name ganz hell: St. Kilian, die Whisky-Destille im deutschen Odenwald, mit einem deutschen Inhaber, der weder Brennmeister noch ein ehemaliger Spirituosen-Manager ist und der neue Wege gehen will. Der Mann mit dem Herzblut für den Whisky ist Unternehmer, er packt die Dinge an, die er auf seiner Agenda stehen hat. Mit vollem Engagement und Herzblut für die Sache. Andreas Thümmler, das ist der Mann hinter der Whisky-Destillerie St. Kilian und unser Interviewpartner für die Nachgefragt-Kolumne der aktuellen smokersplanet-Ausgabe.

sp: Andreas Thümmler, was haben Sie vor Ihrer „Whisky“-Karriere gemacht und wie wird man Chef einer Destille? Wann kam Ihnen die Idee einen neuen Unternehmer-Schritt zu gehen – und wie kamen Sie dem Whisky auf die Spur?

Andreas Thümmler (AT): Von Haus aus bin ich ja Investment Banker und Technology Venture Capitalist und habe in den vergangenen 25 Jahren schon so einige innovative Unternehmen aufgebaut und finanziert. Die Liebe zum Whisky kam in meiner Zeit in Großbritannien als junger Banker. Da war ich oft in Schottland auf Whisky Trail und habe angefangen, eine heute sehr veritable Single Malt Whisky Collection aufzubauen. Die Wertsteigerung einzelner ungeöffneter Flaschen darin ist sensationell und beträgt in Einzelfällen über 1000% in einem Zeitraum von 10-20 Jahren.

sp: Sie führen heute die größte Whisky-Destille in Kontinentaleuropa. Am St. Patrick’s Day 2016 lief die Herstellung an, 2019 kam „Ihr“ Whisky auf den Markt. Wie viel wurde produziert? Rund 10 Mio. Euro Ihres Vermögens haben Sie in die St. Kilian gesteckt – zum Spaß oder muss sich das Unternehmen nach seiner Marktplatzierung auch selber tragen?

AT: Natürlich macht es Spaß, eine eigene Whisky Destille zu betreiben und das Thema „Whisky made in Germany“ nicht nur in der Heimat, sondern Schritt für Schritt auch einmal in der ganzen Welt zu platzieren. Bei einem so großen Investment muss es sich aber auch betriebswirtschaftlich lohnen. Daran arbeiten wir mit dem ganzen Team in Rüdenau sehr fleißig und vehement. Die ersten Erfolge sind in der Tat sehr vielversprechend. Heute produzieren und lagern wir ca. 300.000 Liter Whisky pro Jahr, wir können und werden das aber in Zukunft noch steigern auf ca. 600.000 Liter Whisky pro Jahr. Im Vergleich zu Schottland sind wir dann aber immer noch eine relativ „kleine“ Whisky Destillerie. In Deutschland mit Abstand die Größte.

sp: Sie haben einmal gesagt „Die Schotten können sich warm anziehen – Wir haben das geilste Equipment, die beste Qualität, eine geile Automatisierung.“ Stehen Sie noch zu dieser Aussage?

AT: Absolut! „Made in Germany“ steht in der ganzen Welt für allerhöchste Qualität und Zuverlässigkeit bei allen Produkten. So wollen und werden wir es auch mit unserem Single Malt Whisky halten. Wir haben keine Kosten gescheut und kein Extra-Aufwand ist uns zu schade, dieses Ziel zu erreichen. Unsere Produkte gewinnen Gold, Silber und Bronze Medaillen bei internationalen Wettbewerben, schon heute. Und die Japaner haben es vorgemacht, dass nicht nur Single Malt Whiskys aus Schottland höchste Standards erreichen.

sp: Wie geht es mit „St.Kilian“ weiter. Gibt es weitere Visionen vom Chef?

AT: Unsere Vision als ganzes Team ist es, einen der besten Single Malt Whiskys der Welt zu kreieren und zu etablieren. Ganz besonders liegen uns aber die deutschen Fans am Herzen. St. Kilian ist „ihr“ deutscher Single Malt Whisky und jeder ist immer willkommen für wundervolle Erlebnisse in unserer Destille.

sp: Sie sind sportlich und ernähren sich vegan, wie zu hören war. Was ist mit dem Genuss? Man hat uns einen Tipp gegeben: Fragt doch den Andreas Thümmler mal nach seinen Wohlfühlmomenten mit Cigarren. Sind Sie ein Cigarren-Aficionado? Und wenn ja, welche Cigarre bevorzugen Sie zu welchem Whisky?

AT: Um ehrlich zu sein schwanke ich zwischen vegetarisch und vegan. Whisky fällt zum Glück genau in diese Kategorie. Alles gut also. Früher habe ich sehr gerne eine Montecristo No. 4 geraucht. Heute mag ich die Camachos sehr gerne. Am liebsten mit einem torfigen Whisky von St. Kilian. Unser St. Kilian Signature Edition THREE ist ganz wundervoll! Ich durfte ihn schon probieren und im November kommt er auch offiziell auf den Markt.

Mehr Infos gibt es auf https://www.stkiliandistillers.com/

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