Vapes als Alternative zu normalen Zigaretten
Wo sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede?
(Gastbeitrag) Die klassische Zigarette gehört bei den meisten Menschen seit frühester Kindheit zum gewohnten Bild im Alltag. Selbst wenn die eigene Familie nicht raucht, sind Raucher in der Gesellschaft nicht mehr besonders auffällig. Seit einigen Jahren verändert sich das Bild jedoch, denn zum typischen Tabakraucher kommt nun der Dampfer. Hier steckt nicht nur mehr Technik dahinter, sondern auch ein ganz anderer Inhalt. Doch was haben E-Zigaretten und Zigaretten vielleicht auch gemeinsam?
Der Aufbau klassischer Zigaretten
Eine herkömmliche Zigarette besteht aus fein geschnittenem Tabak, der von einer Papierhülse umgeben wird. Bei industriell hergestellten Modellen kommt meist ein Filtern hinzu, der sich am Mundstück befindet und einen Teil der Partikel zurückhalten soll. Diese Filter verhindern nicht, dass gesundheitsschädliche Stoffe eingeatmet werden. Selbstgedrehte Zigaretten funktionieren genauso, allerdings werden sie vor dem Konsum selbst mit losem Tabak, Zigarettenpapier und einem separaten Filter gerollt. Unterschiede bestehen vor allem bei der Tabakmange, der Verarbeitung und der Größe. Wird die Zigarette angezündet, verbrennt der Tabak und es entsteht Rauch. Er enthält Nikotin, Kohlenmonoxid und krebserregende Verbrennungsprodukte. Ob die Zigarette selbst gedreht oder fertig gekauft wurde, ändert nichts am Vorgang.
E-Zigarette als Alternative
Bei einer E-Zigarette wird kein Tabak verbrannt, stattdessen erhitzt ein elektrisch betriebener Verdampfer das Liquid. Das daraus entstehende Aerosol wird über ein Mundstück eingeatmet und wie beim Rauchen inhaliert. Wer sich mit E-Zigaretten noch gar nicht auskennt, kann bei erfahrenen Shops und Anbietern mehr erfahren und sich einen Überblick verschaffen. Beim Konsum werden zwei Arten unterschieden, der direkt Lungenzug und das ‚Mund zu Lunge‘-Dampfen. Letzteres kommt dem Zugverhalten an der Zigarette besonders nah. Das Setup besteht aus einem Akku, einem Verdampfer und einem Tank oder einer Kartusche. Bei wiederbefüllbaren Modellen lässt sich Liquid nachfüllen, andere verwenden austauschbare Pods. Darüber hinaus gibt es Einweggeräte, die nach dem Verbrauch entsorgt werden. Diese könnten aber voraussichtlich 2027 in Deutschland verboten werden.
Gemeinsamkeiten: E-Zigaretten und Zigaretten
Obwohl beide Produkte unterschiedlich aufgebaut sind, ähneln sie sich bei Zweck und Anwendung. In beiden Fällen werden Stoffe über das Mundstück eingeatmet und bestimmte Gewohnheiten durchgeführt. Zu den Gemeinsamkeiten gehören:
- Der Konsum per Inhalation über die Atemwege
- Die Verfügbarkeit von Nikotin, wenn es sich um eine entsprechende Vape handelt
- Die Gewohnheiten mit dem Griff zum Produkt und dem Ziehen
- Gesundheitsrisiken sind bei beiden Produkten vorhanden, auch wenn sie bei E-Zigaretten bislang als geringer gelten
Insbesondere bei Nikotin gibt es eine Gemeinsamkeit, der Stoff macht unabhängig von der Art der Nutzung abhängig. Tabak-Zigaretten enthalten Nikotin, E-Zigaretten mit entsprechendem Liquid auch. Der wichtige Unterschied ist aber, dass Vapes auch nikotinfrei erhältlich sind.
Unterschiede: E-Zigaretten und Zigaretten
Das Interesse an E-Zigaretten ist in den letzten Jahren in Deutschland angestiegen, was technische Gründe hat, aber auch praktische. Viele Raucher nutzen die Alternative, um zunächst von der Tabak-Zigarette wegzukommen und später vielleicht ganz aufzuhören. Eine E-Zigarette hat den Vorteil, dass der Nikotinkonsum schrittweise reduziert werden kann. Liquids gibt es in unterschiedlichen Nikotinstärken, sodass der Nutzer die Verwendung anpassen und damit sanfter entziehen kann. Unterschiede gibt es aber auch außerhalb von Nikotin bei den Inhaltsstoffen. Liquids enthalten Propylenglykol, Glycerin und gegebenenfalls Aromen und Nikotin. Tabak-Zigaretten sind hingegen aus verarbeitetem Tabak und weiteren Bestandteilen hergestellt. Bei der Entsorgung gibt es ebenfalls Unterschiede. Zigaretten hinterlassen nach dem Rauchen Asche und einen Stummel, E-Zigaretten müssen über den Wertstoffhof entsorgt werden. Als nötiges Zubehör braucht die Zigarette einen Aschenbecher und ein Feuerzeug, während die E-Zigarette auf Liquid und ein Ladekabel angewiesen ist. Bei selbst gewickelten Vapes braucht der Nutzer außerdem Ersatzspulen, und Watte.
Nutzung der E-Zigarette
Zigaretten verbrennen den Tabak und es entsteht Rauch. Wurde die Zigarette einmal angezündet, brennt sie weiter ab, bis der Filter erreicht ist und sie ausgedrückt wird. E-Zigaretten hingegen funktionieren nur beim Zug, manchmal sogar mit einer Feuertaste. Solange gezogen wird, erhitzt die Spule das Liquid, anschließend hört sie sofort damit auf. Damit lassen sich E-Zigaretten präziser steuern und dosieren. Während der Raucher an der Bushaltestelle seine Zigarette ausmachen muss, wenn der Bus kommt und sie in der Regel wegwirft, nimmt der Dampfer seine E-Zigarette in der Hosentasche einfach mit.
Sonderfall Tabakerhitzer – von beiden Seiten etwas
Eine Zwischenstellung gehört den Tabakerhitzern, denn sie erinnern optisch an eine E-Zigarette, funktionieren aber ganz anders. Elektrische Technik steckt in den Geräten, doch anders als beim Dampfen wird keine Flüssigkeit erhitzt, sondern echter Tabak. Dafür braucht es spezielle Tabaksticks, die in das Gerät eingesetzt werden. Der Tabak soll aber nicht wie einer Zigarette verbrennen, sondern nur erhitzt werden. Das erzeugte Aerosol wird vom Konsumenten inhaliert. Da Tabakerhitzer weiterhin Tabak und Nikotin enthalten, dieser aber nicht mehr verbrannt wird, gilt das Gerät als Hybride zwischen beiden Varianten. So verschieden die drei Varianten sind, so gemeinsam haben sie ihre gesundheitsschädliche Wirkung. Bislang wird davon ausgegangen, dass E-Zigaretten und sogar Tabakerhitzer weniger schadhaft sind wie Zigaretten, doch abschließende Forschung ist oft erst nach Jahrzehnten möglich.
